Lüften und Heizen in einem Haus nach KfW40plus-Standard

Als Fachberater werde ich beim Thema Hausbau immer wieder von Kundenseite mit Skepsis zu den Themen Lüften und Heizen bei einem KfW40plus-Haus konfrontiert. Vorrangig gibt es 2 Aussagen, zu denen ich aber gerne und immer wieder Stellung nehme. Leider handelt es sich um Märchen, die in erster Linie durch Unwissenheit und Unerfahrenheit entstanden sind. Leider halten sich Märchen auch immer sehr lange.

Ich möchte hier einmal auf diese Aussagen/Märchen näher eingehen. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass meine Familie und ich selber in einem Viebrockhaus wohnen und somit auch über die entsprechende Hausbau-Erfahrung verfügen.

Aussage 1: Man darf bei kontrollierte Lüftung keine Fenster mehr öffnen

Das ist natürlich falsch. Selbstverständlich können und dürfen Sie „gefahrlos“ und beliebig Fenster öffnen. Wenn Ihnen danach ist, warum denn nicht? Man muss dabei lediglich wissen, dass man, in der kalten Jahreszeit, durch Fenster in Kippstellung reichlich Heizungswärme nach Außen „entlässt“ und somit die Heizungskosten in die Höhe treibt. Im Sommer holen Sie dann andererseits dadurch die wärmere Aussenluft nach Innen.
Die kontrollierte Be- und Entlüftung beim Hausbau hilft Ihnen dabei, dass alle 3-4 Stunden die Raumluft mit der Aussenluft komplett ausgetauscht wird und der Wärmeanteil der Raumluft wieder der Wärmepumpe zu Gute kommt. Sie werden niemals abgestandene Luft im Haus haben und alle Gerüche, wie z.B. auch durchs Kochen etc. verursacht, werden sehr schnell abgeführt. Im Winter sparen sie so reichlich Heizkosten und haben andererseits immer „gesunde“ Luft im Haus. Gerade in den modernen Häuser, mit sehr guter Isolierung, kommt es sehr auf das richtige Lüftungsverhalten an. Gäbe es keine kontrollierte Be-und Entlüftung, müssten Sie beispielsweise in jedem Raum, jede Stunde für 15 Minuten die Fenster komplett geöffnet halten.  Das entspricht in etwa der Lüftungsleistung der Lüftungsanlage. Hätten Sie die Zeit und Lust dafür?

Aussage 2: Wärmpepumpen heisst heizen mit Strom

Das ist natürlich auch völlig falsch widergegeben. Eine Wärmepumpe braucht Strom zum Betrieb. Eine Gas- oder Ölheizung aber auch. Besonderer Vorteil einer Wärmepumpe ist, dass der Strom zum Betrieb der Anlage selber produziert werden kann, wie z.B. durch eine entsprechend dimensionierte Photovoltailanlage (PV-Anlage).
Gas oder Öl selbst zu produzieren wird schwer, es sei denn Sie sind Ölscheich oder verfügen über eine Gasquelle. Mit der eigenen Stromproduktion werden Sie beim Hausbau unabhängig von der Willkür der Stromanbieter. Sie haben beim Hausbau, insbesondere durch die KfW 40plus-Bauweise die Chance, hinsichtlich der Heizung, völlig autark zu werden. Wie sagte schon Dr. Fran Alt: „Die Sonne schickt uns keine Rechnung.“

Lohnt sich KfW40 plus eigentlich wirklich?

In letzter Zeit höre ich immer wieder beim Thema Hausbau diesen und ähnlich lautende Sätze: „Lohnt sich KfW40 plus eigentlich wirklich?“

 

Die Frage ist wie man das Wort „lohnen“ beim Hausbau definiert. Der eine meint es in dem Sinne, ob sich die Mehrinvestition, bzgl. besserer Baukonstruktion und mehr Technik, in den den kommenden Jahren rentiert und der andere, ob es wirklich das an Energieersparnis und Mehrwert bringt, wie man es immer gesagt bekommt. Es geht dabei nicht um die KfW an sich mit ihren nicht sonderlich günstigen Zinskonditionen, sondern um die damit verbundene bessere Bauweise!

Ich glaube der 1. und wichtigste Entscheidungsgrund beim Hausbau sollte immer das Bewusstsein sein damit etwas für die Umwelt und für die Nachfolgegeneration zu tun. Schließlich „baut“ man damit nicht mehr auf Gas oder Öl, sondern nutzt die Kraft, die unsere Erde erst lebensmöglich gemacht hat, die Kraft der Sonne.

Dann erst folgt der 2. Grund etwas für die eigenen Haushaltskasse zu tun, langfristig gesehen, denn:

Kfw40plus bedeutet, für immer, kaum bis gar keine Heizkosten und eine Bauweise, zumindest bei Viebrockhaus, die auf Jahrzehnte gesehen, kaum bis gar keine Folgekosten an der Baukonstruktion verursacht. Wer es beim Hausbau richtig macht baut sich damit ein Haus für 100 Jahre und mehr. Die Ersparnis aus keine Folge- und keine Energiekosten können in den nächsten 20 Jahren, mehr als 40.000 Euro sein. Sollte man sich dann entscheiden sein Haus zu verkaufen ist der Wiederverkaufswert natürlich wesentlich höher, als bei einem weniger effizienten Haus. Auch hier sind locker 40000 und mehr an Mehrgewinn möglich.

So gesehen hat das Kfw40-plus- Haus, von Anfang an, schon 80000 an Mehrwert gegenüber einem vergleichbarem Haus das weniger effizient und gut gebaut ist.

Selbstverständlich muss man sich beim Hausbau die Mehrinvestition auch leisten können. Doch wer es kann, sollte nicht zögern dieses auch zu tun. Ich kenne dann keinen wirklich vernünftigen Grund der dagegen spricht. Mit Vernunft meine ich, wie gesagt, in erster Linie das richtige Umweltbewusstsein und der Gedanke, was man seinen Kindern in vielleicht 30 Jahren hinterlassen will.

Ich weiß, Zweifler gibt es genug und immer wieder, deshalb möchte ich diesen gerne einen Spruch von Henry Ford nahelegen. Er sagte damals, als er das Ford T auf den Markt brachte: “ Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt : schnellere Pferde.“ Die Vordenker sind es, die uns, langfristig gesehen, ein komfortableres Leben ermöglichen. Nicht Kurzfristig kann das Ziel von Innovation und Fortschritt sein, sondern eben Langfristigkeit. Wer in Kfw40 plus- Bauweise und wie Viebrockhaus baut, „baut“ auf Langfristigkeit.

PS: Die KfW fördert beim Hausbau die Kfw40 plus- Bauweise bekanntlich mit einem Darlehen von 100000 Euro, von dem man 85000 zurück zahlen muss, was anhand des momentanen Zinsniveaus praktisch einem zinslosen Darlehen gleich kommt.

Ein vermeintlich teureres Haus kann dann evtl. das Günstigere sein…

Hin und wieder entscheidet sich mal ein Kunde nicht für das ein oder andere Bauunternehmen, weil es ihm zu teuer erscheint. Doch was ist genau damit gemeint? In erster Linie steht die Summe unter der Gesamtleistung. Dieses kann schon mal bei anscheinend gleichem Haus um bis zu 50.000 Euro abweichen. 50.000 sind eine stolze Summe. Bricht man sie einmal finanzierungstechnisch herunter, so wären das ca. 190 Euro im Monat und das ca. 25 Jahre lang. Nun kann so ein Haus, das 50tsd, mehr kostet, aber auch, dank besserer energetischer Bauweise mehr Energie sparen. Der Unterschied zwischen einem KfW55- und einem KfW40- Haus sind da mal schnell
500 Euro im Jahr oder wieder umgerechnet 40 Euro monatlich.
Nun kommen dann noch einmal mehr Tilgungszuschüsse der KFW hinzu. Das sind noch einmal 5000 Euro mehr beim Kfw40-Haus, sprich ca. 20 Euro im Monat. Die Differenz der vergleichbaren Häuser sinkt also auf monatlich 130 Euro.
Jetzt kommt hinzu, dass beim moderneren Haus zumeist oft auf Selbstversorgung durch Strom gesetzt wird (PV-Anlage). Allein die bringt schon einmal auf Dauer ca. 30 Euro mtl. an Einsparung und macht in Zukunft unabhängiger gegenüber Energiekostenerhöhungen. Diese Steigerungen sind natürlich schwer zu prognostizieren, aber können die nun verbliebenen 100 Euro stark minimieren.
Zum Schluss muss aber auch noch gesagt werden, dass selbst wenn das eine Angebot viel günstiger als das andere erschien, doch nicht selten Kosten im günstigeren Angebot fehlen, die beim anderen schon enthalten sind und auf jeden Fall auf die Bauherren zukommen. Hier kann man durchaus sagen, dass ca. 20% der Preisdifferenz allein für noch nicht genannte Kosten beim günstigeren Angebot einzukalkulieren bzw. dazuzurechnen sind. 20% wären bei 50000 Euro gute 10000 Euro, also umgerechnet monatlich ca. 40 Euro! Bedenkt man dieses alles, so schrumpfen die vermeintlichen 190 Euro monatlicher Differenz auf – nur noch 60 Euro.
Wer dann noch sagt „Es sind 50000 Euro Unterschied“, der sollte vorher einmal ganz genau anfangen zu rechnen…
Kostenmäßig unberücksichtigt wurden bei dieser Berechnung, dass beim „günstigeren“ Haus natürlich auch mehr Folgekosten anfallen (Reparaturen, Hausanstriche, etc.) und zudem die steigenden Energiekosten sich hier auch stärker auswirken. Nimmt man bei den Folgekosten alleine einen Anstrich, der alle 7 Jahre zu erfolgen hat und ca. 7000 Euro kostet, so sind das 7000/7/12Monat= 83 Euro im Monat, die man vorhalten müsste. Bei einem Haus mit Klinkerfassade ist das nicht nötig. Das vermeintlich „teuerer“ Haus wird nun plötzlich zum günstigeren mit dem sehr viel höheren Wiederverkaufswert!

PS: Und mal ehrlich…wie viel zahlen Sie monatlich für Ihr Handy??

Achja…zum guten Schluss bleibt dann auch ein Haus, das bei einem Wiederverkauf sicher zwischen 10- und 20% an Mehrwert ausmachen wird, was zu Rentenbeginn, wenn man sich „verkleinern“ will, wiederum locker 30-60.000 Euro sein können und werden. Wo also bleibt da der vermeintlich günstigere Preis?

Ein teureres Haus kann das Günstigere sein…